Tod? Nicht das Ende!

In dieser Woche ist ein guter, langjähriger Freund von mir gestorben. Plötzlich. Unerwartet. Er war genauso alt wie ich. Wir sind gemeinsam zur Grundschule gegangen, danach zur Sekundarstufe. Er war einer dieser Freunde, wo das Band ganz tief verwurzelt ist, wo die Wurzelstränge tief ins Erdreich reichen, bis runter zum Grundwassser. So tief verwurzelt übersteht diese Freundschaft auch lange Durststrecken, Jahre in denen man sich nicht sieht und wenn man dann wieder voreinander steht, ist eigentlich keine Zeit vergangen. Da ist einfach nur tiefe, unzerstörbare Vertrautheit.

Er ist nicht mehr da. Hinterlässt Frau und Kind. Eltern und Bruder. Verwandte und Freunde. Tief sitzt der Schock und die Trauer bei allen.

Er ist nicht mehr da. Und ich weiß, dass das nicht stimmt.

Der Tod ist nicht das Ende, davon bin ich überzeugt. Und seit seinem Tod ist etwas passiert, das ich als etwas wunderbares empfinde, parallel neben all der Trauer über seinen Tod. Plötzlich sehe ich alles mit anderen Augen. Die Farben der Natur sind kräftiger. Die Musik ist intensiver. Gerüche sind stärker, voller Emotionen und Sehnsüchten. Immer wieder erlebe ich Momente, in denen ich mich „angehoben“ fühle. Und ich spüre, dass er in den Momenten da ist. Neben mir. Um mich herum. Man kann das räumlich nicht fest machen. Er „ist“ einfach. Und er ist glücklich. Präsent. Voller Kraft, voller Energie. Ich kann ihn ganz deutlich spüren und mein Herz sagt mir, das es wahrhaftig ist. Das ich mich nicht täusche. Und er hat eine Botschaft für mich: Sieh hin! Sieh, wie wundervoll das Leben ist! Wie wundervoll deine Frau ist! Wie wundervoll deine Kinder sind! Wie wundervoll die Welt ist! Wie wundervoll die Menschen sind! Er knupft mich, er gibt mir einen Klaps auf den Hinterkopf. Seine Botschaft ist klar und deutlich. Und voller Trost. Lebe! Jetzt! Hier! Ich bin so dankbar für diese Nachricht, für diesen „Weckruf“. Und ich werde ihn beherzigen. Ich werde mein Leben ändern. Es hat bereits begonnen. Und es fühlt sich verdammt gut an.

Der Tod ist nicht das Ende. Wir müssen keine Angst haben. Dafür besteht überhaupt keine Veranlassung. Er ist ein Übergang. In eine andere Welt, die nicht so weit weg ist, wie wir glauben mögen. Sie ist hier. Direkt bei uns. Wir müssen nur unsere Herzen öffnen.

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